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für drowninghavertz
[29] ,,Ich kann nicht glauben, dass du ihm das angetan hast." & [31] ,,Du warst bereit, mich für sie zu verlassen."
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Wir waren gerade erst in der großen Halle angekommen, in der die jährliche DFB-Feier stattfand und schon jetzt hatte ich keine Lust mehr. Ich konnte auf die grauenhafte Musik und die Geschäftsmänner mit ihren Champagnergläsern in der Hand, die jedem ihre schlechten Witze und gespielte Höflichkeit aufdrängten, verzichten.
,,Entschuldigst du mich für einen Moment? Ich würde mich auf den Toiletten noch einmal frisch machen, bevor wir uns unter die Menschen mischen", ertönte Kiras Stimme neben mir.
Ich drehte mich zu ihr und nickte leicht:,,Klar, ich hole uns etwas zu trinken."
,,Bis gleich, Schatz", erwiderte sie lächelnd und drückte mir einen kurzen Kuss auf die Lippen, ehe sie meine Hand losließ und den ausgeschilderten Gang in ihrem schwarzen langen Abendkleid entlanglief. Ich blickte ihr hinter.
,,Ich kann nicht glauben, dass du ihm das wirklich angetan hast", riss mich Jonathans Stimme aus meiner Starre. Mein Kopf schellte zu meinem alten Teamkollegen, der langsam auf mich zu kam.
,,Freut mich auch dich zu sehen", entgegnete ich ironisch und schlug mit ihm ein. Trotz all der Dinge, die vorgefallen waren, und meinem Wechsel nach Dortmund waren wir früher enge Freunde gewesen und würden es irgendwie immer sein.
,,Tut mir leid, aber es fällt mir schwer dich mit Blondie zu sehen, nachdem du vier Jahre lang mit Kai zusammen warst", gab er ehrlich zurück. Bei seiner Wortwahl seufzte ich:,,Kira, ihr Name ist Kira."
,,Nicht relevant, das ist für mich nicht relevant", murrte Jonathan, ,,du hast ihn damals für Blondie sitzenlassen und bringst sie nun auch noch zu einer Feier mit, bei der du ganz genau weißt, dass Kai ebenfalls da sein wird und euch sehen könnte. Macht es dir so viel Spaß ihn leiden zu sehen?"
Bei seinen Worten zog sich mein Herz zusammen. Natürlich macht es mir keinen Spaß ihn leiden zu sehen, hätte ich am liebsten durch den gesamten Saal geschrien, ich liebe Kai. Trotz meiner Gefühle versuchte ich mich zusammenzureißen und meine Fassade weiterhin aufrecht zu erhalten:,,Jo, ich habe dich wirklich gern, aber halt dich verdammt nochmal aus den Angelegenheiten anderer raus. Du hast keine Ahnung, wovon du redest."
,,Dann erklär mir deine Sicht der Dinge. Du hast Kai mit gebrochenem Herzen zurückgelassen und bist, ohne dich zu verabschieden, nach Dortmund gegangen. Weder hast du auf Nachrichten geantwortet, noch auf Anrufe reagiert. Was soll man dabei denken?", antwortete Jo fordernd.
,,Vergiss es einfach", schnaubte ich und warf einen Blick durch den Raum. Ich blieb bei der Bar hängen. Ein Drink wäre jetzt genau das richtige, vielleicht auch zwei, drei oder vier.
,,Kann und will ich nicht. Wir beide sind seit der Jugend befreundet und ich will diese Freundschaft nicht verlieren, nur weil du der Meinung bist, plötzlich ein ganz neuer Mensch sein zu wollen", gestand Jo. Seine Stimme war nun viel sanfter. Jedoch ließ ich mich davon nicht beeinflussen:,,Vielleicht solltest du das lieber."
Ich lief, ohne noch ein weiteres Wort zusagen oder eine Antwort abzuwarten, an ihm vorbei und machte mich auf den Weg zur Bar. Das war genau der Grund gewesen, weshalb ich nicht hierher wollte. Ich war von den Menschen umgeben, die einst meine besten Freunde waren und mich nun für ein riesiges Arschloch hielten. Zugegeben, konnte ich es ihnen nicht verübeln, da es genau das war, was sie sehen sollten, einen Menschen, der seinen Freund für eine andere verlassen hatte und ohne ein weiteres Wort abgehauen war.
Kaum hatte ich meinen ersten Drink geleert, kam Kira zurück an meine Seite und zog mich von der Bar weg in die Menschenmasse. Mit wem und wie vielen Menschen wir geredet hatten, wusste ich nicht mehr. Ich hatte bei keinem Gespräch zugehört, selbst wenn ich mich konzentrieren wollte, schweiften meine Gedanken immer wieder ab. Jonathans Worte gingen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.
Nach einiger Zeit entschuldigte ich mich bei meiner Begleitung und suchte die Toiletten auf. Mit jedem weiteren Gespräch hatte ich das Gefühl, schwerer atmen zu können. Ich brauchte dringend eine Pause von den vielen Menschen und musste durchatmen.
Ich folgte den ausgeschilderten Weg zu den Toiletten und trat durch die Tür. Auch das noch, Kai stand an einem der Waschbecken und tupfte mit einem Papiertuch auf seinem Jackett herum. Vermutlich wurde es durch etwas bekleckert. Ein Teil von mir wollte wieder rausrennen, doch ein anderer Teil wollte bleiben. Zweiteres überwog. Lieber verbrachte ich einen kurzen Moment neben Kai hier, als mit Kira von den nächsten Investoren angesprochen zu werden und ein Lächeln aufsetzen zu müssen.
Somit lief ich zu einem der anderen Waschbecken im Raum und schaltete den Wasserhahn an, ehe ich mein Gesicht etwas nass machte. Das Wasser war erfrischend und tat gut. Allerdings konnte ich nicht verhindern, dass mein Blick wieder zu Kai glitt, der weiterhin mit einem großen roten Fleck auf seinem Jackett zu kämpfen hatte. Ebenso konnte ich nicht vermeiden nachzufragen:,,Brauchst du Hilfe?"
,,Passt schon", war das einzige, was er antwortete. Er wandte nicht einmal seinen Blick von dem Fleck vor ihm ab und ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. In den ganzen letzten Wochen hatte ich Kai unheimlich vermisst, doch jetzt, wo ich ihn sah, verstärkte sich die Sehnsucht nach ihm und seiner Nähe. Er fehlte mir so sehr.
,,Was?", holte mich Kais genervte Stimme aus meinen Gedanken. Mittlerweile sah er mich fragend zu mir.
,,Nichts, ich...", setzte ich unsicher zu einer Antwort an und zuckte hilflos mit den Schultern, ,,wie geht es dir?"
,,Vor vier Wochen hat meine groß Liebe mit mir Schluss gemacht und ist abgehauen. Heute Abend habe ich sie zum ersten Mal wiedergesehen, mit derjenigen an seiner Seite, für die er mich verlassen hat. Wie soll es mir gehen, Julian?", gab Kai verletzt zurück.
,,Dir soll es gutgehen, besser als in unserer Beziehung", vermerkte ich. So war es. Ich hatte gehofft, dass Kai jemanden fand, der ihm alles gab, was er brauchte und ich ihm nie geben könnte, jemanden, mit dem er sich nicht verstecken brauchte und dessen Beziehung nichts im Weg stand.
,,Das wird nicht funktionieren, weil ich noch nie so glücklich war wie mit dir", konterte. Ich fuhr mir angestrengt durch die Haare und senkte meinen Kopf:,,Es tut mir leid."
,,Braucht es nicht. Wenn du mich nicht mehr liebst und Gefühle für diese Frau hast, kann ich es nicht ändern und akzeptiere es. Ich will auch nur, dass du glücklich bist", hauchte Kai mit dünner Stimme.
Ich hielt es nicht mehr aus. Seine Worte brachen mir das Herz und brachten die Fassade, die ich in den letzten Wochen aufgebaut hatte zum Einstürzen. Ich liebte Kira nicht. Ich liebte Kai und würde nie jemand anderen außer ihn lieben können. Langsam spürte ich, wie meine Augen glasig wurden und hob wieder meinen Kopf:,,Ich bin nicht glücklich, absolut nicht."
,,Was meinst du damit?", wollte Kai irritiert wissen.
,,Ich liebe dich", gestand ich, ,,ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt. Das habe ich die letzten 4 Jahre und es wird sich nie ändern."
,,Soll das ein Scherz sein? Erst erzählst du mir, dass du mich betrogen hast und es ein Onenightstand war. Dann taucht diese Kira auf und erklärt, dass ihr schon seit Wochen eine Affäre habt. Als ich wissen wollte, ob das stimmt, hast du genickt. Du warst bereit, mich für sie zu verlassen, und meintest, dass du sie lieben würdest, bist für sie nach Dortmund gezogen. Jetzt willst du mir allen Ernstes weismachen, dass du mich liebst, immer geliebt hast und lieben wirst? Für wie bescheuert hältst du mich eigentlich?", warf Kai mir wütend vor.
,,Es tut mir so leid, dass ich dich angelogen und verletzt habe. Das war der größte Fehler, den ich jemals begangen habe, aber ich hatte keine andere Wahl. Vor Wochen ist ein Bild von uns beiden aufgetaucht, wie wir uns küssen. Dich erkennt man nicht, dafür mich umso mehr. Irgendjemand hat Lukas, meinem Berater, das Bild geschickt und eine hohe Geldsumme gefordert, ansonsten würde er das Bild veröffentlichen. Lukas hat das Geld bezahlt. Im Gegenzug wurde das Bild gelöscht, aber es ist nicht sicher, ob es möglicherweise Kopien davon gibt. Deshalb sollen Kira und ich so tun, als wären wir ein Paar und uns so oft es geht vor den Kameras zeigen. Falls das Bild jemals an die Öffentlichkeit kommt, lässt es sich leichter dementieren, dass ich es bin. Sie ist eine ausgebildete Schauspielerin", erzählte ich ihm die ganze Wahrheit, die ich seit Wochen mit mir herumtrug.
Im Raum wurde es still. Während mir eine riesige Last von den Schultern fiel und ich froh war, dass Kai nun endlich die ganze Geschichte kannte, schien er einen Moment zu brauchen, um meine Worte zu verarbeiten. Kai schluckte schwer und verschränkte die Arme vor der Brust:,,Ich habe keine Ahnung, was ich dazu sagen soll."
,,Du musst nichts sagen. Ich weiß, dass ich zwischen uns alles kaputtgemacht habe", merkte ich schuldbewusst an, was Kai mit einem Schnauben quittierte:,,Wieso hast du nicht mit mir geredet? Ich hätte Verständnis dafür gehabt und wäre für dich dagewesen."
,,Ich wollte dir das nicht antun und dachte, dass du jemanden neuen findest, sobald ich in Dortmund bin."
,,Du dachtest, dass es mir besser gehen würde, wenn du mir erzählst, dass du eine Affäre hast, mich für sie verlässt und den Verein wechselst?", fasste er meine Idee verständnislos zusammen.
,,Du solltest jemand anderen finden, jemanden, mit dem alles leichter ist und du dich nicht verstecken brauchst", fuhr ich meine Worte aus.
,,Ich will niemanden anderen außer dich", machte Kai mit fester Stimme deutlich, ,,ich wollte nie jemand anderen außer dich. Verdammt, ich bin kein Kind, dessen Entscheidungen du treffen musst. Ich kann selbst entscheiden, mit wem und auf welche Art ich zusammen sein will. Es gibt nichts vor dem du mich beschützen musst, Julian, vor allem nicht dich selbst."
,,Es tut mir leid", wiederholte ich ein weiteres Mal und hätte es noch zig Mal sagen können.
Kai schien eine Weile mit sich selbst zu ringen, bis er letztendlich seufzte und zögerlich nach meiner Hand griff:,,Das hoffe ich auch. Du hast mich vier Wochen alleine gelassen. Noch nie habe ich so viel wegen jemanden geweint."
,,Tut mir lei..." ,,Hör auf dich dauernd zu entschuldigen. Ich habe es verstanden, du Idiot", schnitt mir Kai das Wort ab und schmunzelte leicht. Ich stimmte mit ein. Mein Blick glitt zu unseren verschränkten Händen:,,Lass uns abhauen. Irgendwohin, wo wir alleine sind und besprechen können, wie es weitergehen soll."
,,Dann ist es wohl Zeit für dich nach Hause zu kommen", lächelte Kai, womit er die Wohnung meinte, in der wir zwei Jahre lang zusammengewohnt hatten. Nie zuvor hatte ich mich irgendwo so zu Hause gefühlt wie in dieser Wohnung.
Zustimmend nickte ich. Wir lösten unsere Hände voneinander und machten uns auf den Weg nach draußen, ehe wir uns in Kais Auto setzten und die DFB-Feier hinter uns ließen.
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Bin nicht sehr zufrieden mit dem Os, aber ich hoffe, dass er euch trotzdem gefällt.🖤
Lasst gerne Feedback da und habt noch einen schönen Abend.👀
Lg. T.
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