Chapter 15: Brandt x Havertz

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für footballlover1904

》Was ich sage scheint verrückt zu sein, doch ohne dich kann ich nicht glücklich sein《

-Motrip

,,Jule, warte mal!" hörte ich die Stimme von Karim hinter mir und spürte, wie er mich an der Schulter zurückhielt. ,,Was ist los?" wollte ich wissen und drehte mich zu ihm. ,,Kai trifft sich heute Abend um 20 Uhr beim Griechen in der Stadt mit irgendeinem Finn oder so" platzte es sofort aus dem gebürtige Berliner. Etwas verdattert musterte ich ihn. ,,Und warum erzählst du mir das?" ,,Keine Ahnung, ich dachte, dass du das wissen solltest" murmelte er, ,,ich weiß, wie sehr du Kai geliebt hast oder immer noch liebst. Ihm geht es nicht anders, aber im Gegensatz zu dir versucht er sich mit anderen Menschen abzulenken." ,,Ich weiß nich..." wollte ich erwidern, doch so schnell Karim aufgetaucht war, war er auch wieder weg. Während ich zu meinem Auto lief und nach Hause fuhr, dachte ich weiter über die Worte meines Kollegen nach. Natürlich liebte ich Kai noch und werde das vermutlich auch immer tun, aber wir haben Schluss gemacht und uns darauf geeinigt, dass wir nur noch das nötigste miteinander reden, zum Beispiel bei Teamversammlung, bei Analysen oder auf dem Platz. Was hat Karim sich auch vorgestellt? Dass ich dort heute Abend aufkreuze und sein Date ruiniere? Sowas hatte Kai wirklich nicht verdient.

Seufzend stellte ich mein Auto auf einen der Parkplätze vor dem großen Hochhaus und lief die 4 Stockwerke hoch zu meiner Wohnung hoch. Dort angekommen räumte ich erstmal meine Trainingstasche leer und schmiss meine Klamotten in die Waschmaschine, die ich danach anmachte. Da ich nichts weiter vorhatte, schmiss ich mich auf die Coach und ließ den Fernseher laufen, während ich Nachrichten beantwortete und durch meine Social Media Accounts scrollte.

Und jetzt tat ich es doch. Ich saß wieder im Auto und fuhr zu dem einzigen Griechen in der Stadt, weil Karim recht hatte. Ich konnte nicht zu Hause sitzen und nichts tun, während sich irgendein Finn mit meiner großen Liebe amüsierte. Ich wollte mir den Mann nur mal angucken. Es könnte ja sein, dass er gewalttätig ist oder handgreiflich wird. Vielleicht war er auch ein riesen Arschloch und behandelte Kai wie Dreck. Ich wollte nur verhindern, dass er verletzt wird, nicht mehr und nicht weniger. Ich war nicht eifersüchtig, weil sich Kai mit irgendwelchen anderen Männern ausging... ich wollte nur ein guter Teamkollege sein und ihn beschützen.

Gedankenverloren parkte ich mein Auto ein paar Straßen vom Restaurant entfernt, da alle anderen Parkplätze schon belegt waren, obwohl es Donnerstagabend war. Mit schnellen Schritten lief ich zum Restaurant und öffnete vorsichtig die Glastür. Als ich den Laden betrat, stieg mir sofort der leckere Duft vom frischen griechischen Essen in die Nase. Wenn ich nicht, bevor ich mich entschlossen hatte hierherzufahren, schon zwei Burger verdrückt hätte, hätte ich mich vermutlich hier satt gegessen. Ich ließ meinen Blick durch das Restaurant schweifen, bis meine Augen Kai fokussierten, der mit einem jungen Mann am Fenster saß. Seinem Blick nach zu urteilen, schien das Date nicht wirklich Spaß zu machen, denn... ,,Entschuldigen Sie, kann ich Ihnen helfen?" riss mich eine Bedienung freundlich aus den Gedanken. ,,Nein danke, ich bin mit... Bekannten hier" lächelte ich freundlich zurück und deutete auf Kai und seine Verabredung. Verständnisvoll nickte die junge Dame und kümmerte sich wieder um andere Gäste. Okay Julian, it's show time. Ich atmete noch einmal tief durch und machte mich schließlich auf den Weg zu Kais Tisch. Dort blieb ich stehen und versuchte mit all meinen Schauspielkünsten überrascht zu wirken. ,,Kai! Was ein Zufall, dass wir uns hier sehen!" Entweder kannte Kai mich zu gut oder meine Schauspielkünste waren so schlecht, dass er sie mir nicht abnahm. Fragend sah er mich an, doch davon ließ ich mich nicht irritieren und widmete mich seiner Begleitung. ,,Du musst..." setzte ich an, doch unterbrach mich selbst, als ich Finn das erste Mal genauer betrachtete. Um ehrlich zu sein, hatte ich ihn mir etwas anders vorgestellt.... größer, älter und erwachsener. Finn sah aus wie ein 14-Jähriger, der mitten in der Pubertät steckte. Weder seine vielen Pickel, noch die grüne für sein Gesicht viel zu große Nerd-Brille, sowie seine struppigen roten Haare waren zu übersehen. ,,Finn. Ich bin Finn" lachte er leicht und riss mich somit aus meiner Starre. Er war definitiv im Stimmbruch. Seit wann stand Kai, auf rothaarige pubertierende Jungs, mit einem grottigen Modegeschmack? ,,Stimmt, Finn!" entgegnete ich und ließ mir von meinem Gedankengang nichts anmerken. ,,Also Finn, erzähl mal ein bisschen was von dir. Bist du auch Sportler?" erkundigte ich mich mehr oder weniger interessiert und setzte mich neben ihn auf die Bank. Kai seufzte und fuhr sich übers Gesicht. Es schien ihm wohl nicht zugefallen, dass sein Exfreund bei seinem Date auftauchte und sich mit seiner Verabredung anfreundete. Aber gut, wenn wunderte das? ,,Nein, ich bin total unsportlich. Ich bin schon nach der Doppelstunde in Sport, komplett fertig. Mit Fußball kann ich auch nicht viel anfangen, selbst wenn Kai es mir erklärt" grinste Finn verlegen. ,,Oh du gehst noch zur Schule?" ,,Ja 11. Klasse." Okay: seit wann stand Kai auf rothaarige pubertierende unsportliche Jungs, die keinen Stil hatten und Fußball nicht mochten? Das war das komplette Gegenteil von seinem Geschmack. ,,Und was machst du dann in deiner Freizeit?" fragte ich interessiert. ,,Oh ich spiele seit 3 Jahren Cello im Orchester" lächelte er stolz, ,,Es gibt einfach nichts Schöneres, als klassische Musik, meint ihr nicht? Letztes Jahr im Sommer waren wir in Wien und haben uns so viele Opern und Orchester angesehen. Wir haben sogar einen der Leiter getroffen und durften ihn alle Fragen stellen die wir hatten! Das war der Wahnsinn!" ,,Das hört sich echt nach einem Erlebnis an" schmunzelte ich und drehte mich zu Kai. Er wusste, dass ich nicht zufällig hier war und ich wusste, dass Kai, so nett Finn auch sein mag, sich nie in ihn verlieben könnte... er würde nie mit einem Jungen ausgehen, der kein Sport mag, sich nicht für Fußball interessiert und scheinbar nur über seine Musikerlebnisse erzählt, mit denen Kai wiederum nichts anfangen konnte. Kai schien meinen Blick richtig gedeutet zuhaben und verdrehte die Augen. ,,Tut mir leid Finn, Julian und ich müssen kurz etwas klären. Ich bin gleich wieder da" murmelte Kai mit einem aufgesetzten Lächeln, bevor er aufstand und mich am Handgelenk nach draußen zog.

,,Ich weiß, was du hier willst und ich sag dir gleich, dass es nicht funktionieren wird!" fauchte er und funkelte mich wütend an. ,,Ach komm, du willst mir doch nicht wirklich erzählen, dass du ihn magst." ,,Und wenn schon! Das geht dich nichts an" zischte Kai genervt, ,,Wir sind getrennt, wann verstehst du das endlich?! Ich lebe mein Leben und vielleicht solltest du versuchen, das auch zu tun!" ,,Na schön, wenn du mit ihm glücklich bist, wonach es nicht aussah, gehe ich." ,,Er macht mich glücklich! Glücklicher könnte ich gar nicht sein! Er hat ein großes Herz, ist liebevoll und aufmerksam... ist mal etwas anderes" zischte er und musterte mich schnippisch. ,,Das hat Stil Kai, danke" murrte ich und schüttelte enttäuscht den Kopf, bevor ich mich umdrehte und zu meinem Auto lief. Es war ein Fehler zu Kais Date zugehen, nur weil ich nicht mit den Gedanken leben konnte, dass er sich mit anderen traf. Wir hatten Schluss gemacht, somit hatte ich nicht mehr das recht eifersüchtig zu sein. Kai hatte es verdient glücklich zu sein und wenn dieser rothaarige pubertierender unsportliche Fußball nichtmögende stillose klassische musikliebende Finn dafür sorgte, dann sollte es so sein.

Murrend öffnete ich die Augen und drehte mich zu meinem Nachtisch, auf dem mein Wecker stand. "03:26" stand auf der Anzeige. Welcher Vollidiot kam auf die Idee, mich um 3 Uhr morgens mit Dauerklingeln zu wecken? Da diese Person scheinbar nicht vorhatte mit dem klingeln aufzuhören, schliff ich mich müde zur Tür und öffnete diese. ,,Kai?" murmelte ich verschlafen, ,,hast du mal auf die Uhr geguckt?" Mein gegenüber hatte immer noch einen Finger auf der Klingel und blickte mich unschlüssig an. ,,I-ich m-muss..." stotterte er, doch beendete seinen Satz. Bevor ich etwas erwidern konnte, schob er mich in meine Wohnung und drückte rasch seine Lippen auf meine. Überrascht erwiderte ich den Kuss. Es fühlte sich so gut und richtig an, ihn endlich wieder so nah bei mir zu haben. Nach dem heutigen Abend hätte ich erwartet, dass er sauer auf mich wäre und sich erst recht weiter mit Finn treffen würde. Bei dem Gedanken an Finn machte sich sofort Ungewissheit in mir breit. Vor 6 Stunden meinte er, dass dieser 11-Klässer ihn glücklich mache und jetzt küsste er mich? Vorsichtig löste ich mich von ihm. ,,Also nicht das ich mich beschweren will, aber wieso bist du jetzt hier, obwohl du vorhin sagtest, da..." ,,Vergiss das" unterbrach mich Kai und strich mir sanft über die Wange, ,,Ich habe mich mit Finn getroffen, weil er das komplette Gegenteil von dir und ich gehofft hatte, dich so endlich vergessen zu können. Doch dann tauchst du im Restaurant auf und hast das ruiniert. Ich war so sauer und überfordert, weil alle Gefühle für dich wieder hochgekommen sind, obwohl ich das nicht wollte. Es war doof von mir dir an den Kopf zuschmeißen, dass du nicht liebevoll oder aufmerksam warst, denn das warst du auf jeden Fall. Es tut mir leid, dass wir uns in letzter Zeit so oft gestritten haben und ich dich immer wieder weggestoßen habe. Ich habe erst zu spät gemerkt, dass ich ohne dich einfach nicht glücklich sein kann. Ich liebe dich, Jule mehr als alles andere." ,,I-ich weiß gar nicht, was ich sagen soll" hauchte ich überwältigt und zog Kai näher zu mir. ,,Du musst gar nichts sagen" murmelte er und legte seine Lippen wieder auf meine. Ich hauchte ein leichte ‚Ich liebe dich auch so sehr' in den Kuss, bevor ich ihn gefühlvoll erwiderte.

Ich nehme deine Vorschläge mal als Wünsche, damit es nicht so aussieht, als würde ich nur über meine zwei Lieblinge schreiben😌 Irgendwie habe ich den Anfang ruiniert, but who cares?🤔

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