Chapter 17: Rabiot x Thauvin

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für SkyAzphel

,,Flo!" rief ich enthusiastisch und fiel meinem Freund nach dem berühmten Le Classique um den Hals. Da wir uns wegen der Entfernung von Paris und Marseille nicht oft sahen, war ich um so glücklicher ihn endlich wieder beim mir zu haben.

,,Hey..." murmelte er leise und drückte mich von ihm weg, ,,i-ich muss zu meiner Mannschaft in die Kabine. Wir sehen uns."

Mit einem verkrampften Lächeln verabschiedete er sich und lief in die Katakomben. Verdattert blickte ich ihm hinterher und verstand nicht, was gerade passiert war. Wir haben uns seit drei Monaten nicht gesehen und das einzige, was er mir zusagen hatte, war "man sieht's sich"?! Wir wohnten verdammt nochmal über 700km auseinander. Wie sollten wir uns also nochmal sehen?

Wütend schnaubte ich und stapfte in unsere Kabine. Während die anderen unseren Sieg feierten und zu lauter Musik tanzten, setzte ich mich schweigend auf meinen Platz und begann mich umzuziehen. Was hatte Florian so plötzlich? Das war doch nicht das erste Spiel, was wir gegen Marseille gewannen. Die letzten Male war er auch nicht sauer oder beleidigt gewesen. Im Gegenteil, er hatte sich gefreut, dass ich währenddessen für ihn da war und ihn abgelenkt habe. Bevor er wieder zurück nach Marseille flog, musste ich auf jeden Fall nochmal mit ihm reden. Mir wäre es zwar lieber, wenn er von sich aus zu mir kommen würde, aber da er das heute definitiv nicht mehr machen und morgen wieder zurückfliegen würde, musste ich das eben übernehmen. Somit schnappte ich mir schnell meine restlichen Klamotten und quetschte sie in meine Tasche. Den Jungs erzählte ich, dass es mir nicht gut gingen und ich deswegen schon nach Hause fahren würde.

Immer noch in meinen Gedanken vertieft, wartete ich vor der Gästekabine auf meinen Freund. Vielleicht hatte ich ihn auf dem Spielfeld auch überrumpelt. Ich meine: wir hatten unsere Beziehung noch nicht öffentlich gemacht, geschweige denn unseren Mannschaften etwas davon erzählt. Es könnte doch sein, dass ihm diese überstürzte Umarmung einfach zu offensichtlich war.

,,Adrien?" riss mich eine verwirrte und unbekannte Stimme aus den Gedanken, ,,hast du dich bei den vielen Kabinen hier verirrt?"

Ich schüttelte meine Gedanken zurecht, bis ich den unbekannten Mann als Rudi Garcia einordnen und sein Grinsen erwidern konnte:,,Nein, ich wollte zu Florian. Wir wollten... mit ein paar anderen aus dem Team... ähm eine Kleinigkeit trinken gehen und ihn einladen."

Auch wenn das wohl einer der schlechtesten Lügen war, die ich jemals erzählt hatte, nickte der Olimpique Marseille Trainer:,, Er wird sich nach so einem Spiel bestimmt freuen. Morgen um 10 Uhr treffen wir uns am Teamhotel, um wieder nach Marseille zufliegen. Also bitte ich euch, dass er pünktlich da ist und keinen Alkohol trinkt!"

,,Natürlich nicht" versicherte ich ihm und schüttelte grinsend den Kopf.

,,Ach, wenn man vom Teufel spricht" schmunzelte Mr Garcia und zwinkerte meinem Freund, der gerade aus der Kabine trat, zu, ,,viel Spaß heute Abend."

,,Was?" fragte er irritiert und richtete sich zu mir, als sein Trainer uns alleine ließ.

,,Wir machen uns heute einen schönen Abend" verkündete ich und zog Florian ohne ein weiteres Wort zu meinem Auto.

-

,,Also möchtest du noch etwas essen und eine Serie gucken?" erkundigte ich mich lächelnd und setzte mich zu meinem Freund aufs Sofa.

,,Bist du müde? Wir können auch schlafen" bot ich an, als Florian mir nicht antwortete, sondern nur mit seinen Fingern spielte. War es das, was er den ganzen Abend machen wollte? Hier sitzen und mich anschweigen?

,,Du willst also nur auf dem Sofa sitzen und nichts tun... wie du willst" seufzte ich und versuchte mir nicht anmerken zulassen, dass mich seine abweisende Art tierisch nervte. So schlimm war das eigentlich auch nicht. Wenn man sich für ein paar Minuten einfach hinsetzte und die Stille genoss, konnte das ganz schön... entspannend sein. Sonst hatten wir kaum Zeit für uns und waren immer unterwegs wegen Interviews, Training, Spielen oder anderen Meetings. Es störte mich also überhaupt nicht, dass mein Freund einfach nur hiersitzen wollte und mich ignorierte... ganz und gar nicht!

,,Gott Flo, würdest du jetzt endlich mal den Mund aufmachen und mit mir reden?! Ich habe mich so gefreut, dich nach Monaten endlich wieder zusehen, aber scheinbar beruht das ja nicht auf Gegenseitigkeit" unterbrach ich die Stille und sah meinen Freund auffordernd an, ,,Ich kann verstehen, dass die Niederlage weh tut, aber was soll ich den machen? Wir spielen in verschiedenen Teams. Dein Team hat heute verloren und meins gewonnen. Das ist Fußball und wenn das solche Auswirkungen auf unsere Beziehung hat, dann bitte. Ich fahre dich gerne ins Teamhotel."

Seufzend stand mein Freund auf und musterte mich unschlüssig:,,Zieh dein Shirt aus."

Dieser Mann hatte echt Nerven! Erst redete er überhaupt nicht mit mir und jetzt wollte er... was genau wollte er jetzt?

,,Wieso? Wir reden gerade üb..." ,,Zieh es einfach aus" fiel er mir ins Wort und hielt mir seine Hand hin. Ich nahm sie murrend entgegen und wurde von ihm auf die Beine gezogen.

,,So besser?" wollte ich genervt wissen, als ich Flos Wunsch nachgekommen war.

,,Die Hose auch" fügte er hinzu und begann auch sich auszuziehen. Also wenn er das wollte, hätte er das auch einfacher haben können...

Als ich meine Hose ausgezogen habe, verschränkte Florian unsere Hände und lächelte mich liebevoll an:,,Können wir für diesen Moment einfach nur Adrien und Florian sein? Zwei Menschen die sich lieben und sich nach der langen Entfernung endlich wieder nah sein können. Und nicht Rabiot, der PSG Spieler und Thauvin, der OM Spieler? Ich will dieses Spiel wenigstens für heute vergessen."

Deswegen wollte er, dass wir die Sachen ausziehen. Ich sollte für heute das PSG Logo ablegen und er wollte sein OM Logo loswerden. ,,Natürlich können wir das" nickte ich erleichtert und schlang meine Arme um seinen Hals. Flo überbrückte die letzten Zentimeter zwischen uns und drückte fordernd seine Lippen auf meine.

Doch kurz danach löste er sich und ließ ganz von mir ab. ,,Irgendwie habe ich schon etwas Hunger..."

,,Ist das dein Ernst?" fragte ich entsetzt, ,,wir stehen halbnackt in meiner Wohnung, küssen uns, und du willst etwas essen?"

,,Das war doch dein Vorschlag" grinste mein Freund und drückte mir noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor er mich im Wohnzimmer stehen ließ.

,,Flooooo" quengelte ich und lief ihm genervt hinterher.

Nicht perfekt, aber ich hoffe, dass er dir trotzdem gefällt☁

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