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für oceangirl130
,,Wow, da sieht er ja richtig friedlich aus" stellte Isco fasziniert fest, während er ein Bild meines Verlobten betrachtete, was ich vor längerer Zeit gemacht habe, als ich von einer Länderspielreise wiedergekommen war.
,,Bist du sicher, dass das Sergio war, der da bei dir lag?" erkundigte sich Lucas, der sich an der Schulter seines Landsmann abstützte.
,,Ne, weißt du. Das kann auch der Mann sein, denn ich vor ein paar Tagen abgeschleppt habe" entgegnete ich ironisch. Dumme Frage, dumme Antwort.
,,Als ob du es schaffen würdest jemanden abzuschleppen. Du bist eher der, der abgeschleppt wird" gab Lu schmunzelnd zurück und grinste provokant.
,,Halt die Klappe" lachte ich und warf ihm mit dem Nächstbesten ab, was ich greifen konnte. In dem Fall war es mein Trainingsshirt.
,,Dann musst du ihm etwas untergemischt haben. Unser Kapitän, der impulsivste Mensch auf diesem Planeten, schlafend in einem deiner Hoddies mit einem Teddybären im Arm..." kam es nun wieder erstaunt von Isco, ,,das ist zu perfekt. Die Welt würde dieses Bild verdienen."
,,Bist du bescheuert? Das macht ihr ganz sicher nicht" stellte ich klar. So eine Demütigung würde und könnte ich ihm niemals antun.
,,Komm schon, das ist die perfekte Vorlage! Ich stelle das Bild von Sergio auch in meine Story" versuchte mich mein bester Freund weiterhin zu überzeugen.
,,Welches Bild?" unterbrach auf einmal Sergios Stimme unser Gespräch. Der Trainer wollte nach dem Training noch mit ihm sprechen, weshalb er erst jetzt zu uns stieß.
,,Das mit dir und deiner neuen großen Liebe" erklärte Isco ihm lachend und hielt ihm mein Handy hin, auf dem das Bild war.
,,Ein Glück, dass Toni nicht eifersüchtig geworden ist, so wie du mit dem Bären kuschelst" witzelt Lucas und stimmte mit ein. Die Jungs genossen diesen Moment wirklich zu sehr...
Sergio blickte erst verdattert aufs Display, bevor er sich fassungslos zu mir drehte:,,Du hast ihnen das Bild gezeigt?!"
,,Wir haben gerade dumme Bilder von einander gemacht und wollten sie ansehen. Beim durchforschen meiner Galerie haben wir das Bild gefunden" erklärte ich ihm sanft. Es war mehr ein Zufall, dass wir auf das Bild gestoßen waren.
,,Ich dachte, dass du es niemanden zeigen würdest und das unter uns bleiben würde" murrte mein Verlobter.
,,Babe, das sind unsere Freunde und sie werden es sicherlich in keine Story stellen" versicherte ich ihm und riss Isco mein Handy aus der Hand, ,,niemand wird das Bild sehen."
,,Verstehst du es nicht? Du hast schon dafür gesorgt, dass es andere sehen!" rief Sergio und funkelte mich wütend an.
,,Es tut mir leid. Wir hatten so viel Spaß und ich habe nicht darauf geachtet, wer welches Bild sieht und wer nicht. Wenn du willst, kannst du die Galerie durchsehen und die dummen Bilder ansehen, die wir gerade gemacht haben" bot ich ihm als Wiedergutmachung an. Da waren definitiv Bilder dabei, die Isco und Lucas unangenehm sein würden.
,,Was zum... verdammt ich will mir keine dummen Bilder ansehen! Du hast mein Vertrauen missbraucht" machte er mehr als deutlich.
Langsam stand ich von meinem Platz und ging ein Stück auf ihn zu:,,Ich habe doch gesagt, dass es mir leid tut und ich nicht aufgepasst habe. Bist du wegen des Bildes nun wirklich sauer?"
,,Nein, ich bin sauer, weil ich dachte, dass ich mich auf niemanden verlassen kann abgesehen von dir. Von allen anderen habe ich es erwartet, dass sie mich hintergehen würden, aber nicht von dir" zischte er und raufte sich die Haare. Ein wenig verletzten mich seine Worte schon, was ich mir versuchte nicht anmerken zulassen. Es konnte nicht sein, dass wir uns wegen eines Bildes, was ich nur unseren Freunden gezeigt hatte und das noch nicht mal mit Absicht, stritten.
,,Du zweifelst an meinem Vertrauen, weil sie ein Bild von dir gesehen haben, auf dem du nicht so stark und unnahbar aussiehst, wie du immer tust? Was soll das?" wollte ich unruhig wissen.
,,Du hättest es ihnen nicht zeigen sollen! Das hast du mir versprochen!" erinnerte er mich und verschränkte sauer die Arme vor der Brust.
,,Es war ein Versehen und ich habe mich dafür entschuldigt! Es ist lächerlich, dass du dich deswegen so aufführst." Nur Isco und Lucas hatten das Bild gesehen. Es war ja nicht so, dass ich damit schreiend durch Madrid gelaufen wäre oder es irgendwo aufgehängt hätte.
,,Es ist lächerlich, dass ich dachte, dass du deine Versprechen halten würdest! Wer weiß, ob du dein Eheversprechen auch halten wirst" giftete er und verdrehte die Augen.
Seine Worte waren wie ein Messerstich mitten ins Herz. So sehr ich auch versuchte meine Wut und Enttäuschung zu unterdrücken, schaffte ich es nicht und konnte nicht mehr ruhig bleiben. ,,Im Ernst? Du wirfst mir vor, dass du mir nicht vertrauen kannst? Zu deiner Erinnerung: du bist damals fremd gegangen!"
,,Damit kommst du jetzt? Du meintest, dass du mir das verziehen hättest!" hielt der Spanier mir wütend vor, ,,so ehrlich und unscheinbar, wie du immer tust, bist du scheinbar doch nicht!"
,,Du hast gesagt, dass du mir sowas nie an tun würdest und ich die wichtigste Person in deinem Leben sei! Also, danke. Das kann ich nur zurückgeben" murrte ich und verdrehte die Augen. Ich wusste selbst, dass es nicht fair war ihm das vorzuwerfen und alte Wunden aufzureißen, zumal ich wegen seines Seitensprungs nicht mehr sauer oder verletzt war, doch der Frust und die Wut waren einfach zu groß.
,,Was das angeht habe ich dich nie angelogen und das weißt du! Du warst mein Leben und ich wollte dich heiraten!" erinnerte er mich. Oft genug hatte er betont, dass er mich ,,mi vida" nannte, weil ich für ihn der Mittelpunkt seines Lebens war und seine Welt sich um mich drehte, und oft genug meinte ich, dass er so etwas nicht sagen sollte und es viel Wichtigeres gab, doch darauf schüttelte er immer nur den Kopf und wiederholte seine Worte. Allerdings blieb gerade viel mehr in meinem Kopf hängen, dass er von der Vergangenheit sprach. War das der Grund, weshalb er so kühl war?
,,Ich war dein Leben und du wolltest mich heiraten? Heißt das, dass du mich nicht mehr liebst und das nicht mehr zutrifft?" hakte ich perplex nach. Die Wut war verschwunden und in meinem Körper herrschte von nun an Panik.
,,Natürlich liebe ich dich noch, mi vida, mehr als alles andere" versicherte er mir und wurde ebenfalls ruhiger.
,,Aber du willst nicht mehr heiraten." Es war keine Frage, für die ich seine Zustimmung brauchte. Er machte so einen Aufstand, weil er keine Hochzeit mehr wollte und kalte Füße bekam.
Sergio senkte den Kopf und nickte vorsichtig:,,Ich liebe dich trotzdem noch, genauso wie davor."
,,Warum willst du dann nicht mehr heiraten?" wollte ich entsetzt wissen. Immerhin hatte er mir einen Antrag auf dem Gebäude gemacht, von dem man die schönste Sicht auf Madrid hatte, und alles romantisch hergerichtet. Niemand hatte ihn dazu aufgefordert oder etwas angedeutet.
,,Ich glaube, dass sowas nichts für mich ist und wir den ganzen Aufwand nicht brauchen. Es würde sich doch nichts ändern, oder? Wir wären immer noch ein Paar, wohnen zusammen und lieben uns" gestand der Spanier leise. Nur ein einziges Mal klag seine Stimme so dünn und unsicher. Das war der Abend, an dem er mir seinen Seitensprung gestanden hatte.
,,Wozu machst du mir dann erst einen Antrag, wenn du Idiot sowieso zu feige bist, um dich zubinden?! Dann hättest du dir die ganze Arbeit auch sparen können. Du fängst deshalb einen Streit wegen einer Kleinigkeit an, um deine Angst zu verbergen, anstatt mit mir zureden! Seit wie vielen Jahren sind wir schon zusammen? Ich dachte wirklich, dass wir aus dieser Phase raus sind. Aber da habe ich mich wohl geirrt, wieder einmal" rief ich entsetzt. Es konnte nicht sein, dass er nach 5 Jahren Beziehung immer noch nicht begriffen hatte, dass er mit mir in Ruhe über seine Ängste und Gedanken reden konnte. So drehten wir uns immer wieder im Kreis.
,,Toni, bitte..." ,,Ich bin noch nicht fertig, Sergio" unterbrach ich ihn und warf ihm einen warnenden Blick zu, ehe ich den Verlobungsring von meinem Finger löste und ihm vor die Füße schmiss, ,,den kannst du wieder haben, da sich die Hochzeit erledigt hat sowie unsere Beziehung! Ich bin es leid mir von dir anhören zu müssen, dass du mich liebst und ich dir angeblich so wichtig bin, aber du später wieder einen Rückzieher machst, mich von dir wegstößt und irgendwelche Dinge an den Kopf wirfst, die komplett aus der Luft gegriffen sind!" Sergio schien sprachlos gewesen zu sein und brachte keinen weiteren Ton raus. Er starrte mich mit einem undefinierbaren Blick an, in denen ganz verschiedene Emotionen lagen. So ganz bewusst war mir auch nicht, was ich gerade getan hatte, doch rückgängig machen konnte ich es nicht mehr und in diesem Moment wollte ich es auch nicht. Ich drehte mich um und sah in die Gesichter meiner besten Freunde, die sich sichtlich unwohl und fehl am Platz fühlten. Es tat mir leid, dass sie das ganze mitverfolgen mussten. Dass das so aus der Kontrolle gerät, hätte ich auch nie erwartet oder gewollt. Ich griff nach meiner Jacke und meiner Tasche, die auf meinen Platz langen, bevor ich ohne ein weiteres Wort aus der Kabine sprintete. Erst draußen vor unserem Vereinsgelände wurde mir klar, dass ich soeben mit der Liebe meines Lebens und dem Menschen, den ich nie verlieren wollte, Schluss gemacht und alles beendet hatte. Ich ließ meine Tasche fallen und lehnte mich an die Fassade der Zentrale, in denen neben unserer Kabine sämtliche Büros waren. Langsam spürte ich wie mir die ersten Tränen in die Augen stiegen und ich zu Boden sackte. Ich konnte nicht sagen, was mich in diesem Moment am meisten verletzte. Es waren einfach alle Dinge und Worte zusammen, die mir jede Kraft raubten. Ich liebte Sergio, aber konnte so nicht weitermachen. Das Gefühl, dass wir schon wieder bei 0 angekommen waren, fühlte sich furchtbar an, als hätte unsere jahrelange Beziehung davor nicht existiert.
Auf einmal spürte ich, wie sich jemand neben mich hockte und mich in eine feste Umarmung zog:,,Alles wird gut, Großer." Es war kein geringer als Isco, der mir gut zuredete und mir versuchte den Halt zugeben, den ich nach der Trennung brauchen würde.
Zeit für etwas Drama🙊💘 hoffe er gefällt dir.
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