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für HadesMaedchen<3
,,Ich fasse es nicht!" rief ich aufgebracht und fasste mir an die Stirn, um nicht komplett den Verstand zu verlieren, ,,du hast mit Jorge geschlafen?!"
,,Eden, hör mir zu. Lass es mich dir erklären, ich..." setzte Álvaro gerade und ging ein paar Schritte auf mich zu, doch ich wich zurück. Würde er noch ein Stückchen näherkommen, konnte ich für nichts mehr garantieren.
Seine ganzen Entschuldigungen und Erklärungen konnte ich nicht mitanhören. Ohnehin fühlte es sich so an, als würden die ganzen Emotionen und Gefühle meinen Kopf zum Explodieren bringen. Seine Worten würden das Fass zum Überlaufen bringen, weshalb ich ihn unterbrach:,,Was willst du mir da noch erklären? Ist es nicht eindeutig genug, dass ich euch zusammen erwischt habe?!"
,,Ich dachte, dass du den Abend bei Willian bist, weil wir..." fing er wieder an. Eigentlich wollte ich auch über Nacht bei dem Brasilianer bleiben, aber da er krank geworden ist, war ich nur kurz bei ihm und habe nach ihm gesehen. Mein Angebot, dass ich trotzdem bei ihm bleiben und mich um ihn kümmern würde, hatte er abgelehnt. Ich hatte ihm erzählt, dass Álvaro und ich uns gestritten hatten und ich nicht wusste, was ich machen sollte. Er hatte gesagt, dass ich unbedingt zu ihm musste und wir uns in Ruhe aussprechen sollten, da ich ihn so sehr liebte und unsere Beziehung wegen eines kleinen Streits nicht verlieren wollte.
Während ich mich also bei meinem besten Freund ausgeheult habe und verzweifelt war, hatte Álvaro nichts besseres zu tun, als Jorge anzurufen und sich mit ihm zu vergnügen...,,Und das nimmst du als Angebot, um mit einen unserer Teamkollegen ins Bett zusteigen?! Mir fehlen echt die Worte" fiel ich ihm wieder ins Wort.
,,Würdest du mich wenigstens einmal ausreden lassen?" bat mich der Spanier. In seinem Blick lagen so viele verschiedene Emotionen, wie Reue, Schmerz und tiefe Trauer.
,,Ich will deine verdammten Ausreden oder Erklärungen nicht hören. Für so einen Vertrauensbruch gibt es keine Entschuldigung und egal, was du jetzt sagen willst, nichts macht es besser!" stellte ich klar und nahm mir meine Jacke vom Haken, sowie meinen Schlüssel von der Kommode. Ich hatte das Gefühl, dass ich in diesem Haus ersticken würde, wenn ich weiter hierbleiben würde. Meine Gedanken spielten verrückt und überall sah ich meinen Freund, der mit meinem Teamkollegen knutschte.
,,Wo willst du hin?" wollte Álvaro wissen. Seine Stimme war hauchdünn und zitterte, als müsste er die Tränen zurückhalten.
,,Zu Willian und keine Sorge, diesmal bleibe ich dort für immer. Du kannst weiter mit Jorge schlafen" gab ich kopfschüttelnd zurück. Mein bester Freund war wohl der einzige Mensch auf dieser Welt, auf den ich mich noch verlassen konnte und der immer für mich da sein würde. Der Mensch, der mir versprochen hatte, dass er mich liebte und niemals hintergehen oder betrügen würde, hatte sein Versprechen gebrochen.
,,Bitte geh nicht, es war ein Ausrutscher" flehte der Spanier, was mich nur zum Kopfschütteln brachte:,,Eigentore sind Ausrutscher, Dinge aus Versehen kaputt zumachen, sind Ausrutscher... ein Seitensprung ist kein Ausrutscher. Du warst bei vollem Bewusstsein und wusstest, was du tust."
,,Edin, bitte. Ich werde es wieder gut machen" hauchte er wieder. Konnte oder wollte er es einfach nicht verstehen?
,,Es gibt nichts, was..." gifte ich, als ich eine Pause machte und für einen kurzen Moment Inne hielt. Wenn er die Situation irgendwie erträglicher machen wollte, gab es für mich nur eine Möglichkeit, ,,doch, du könntest etwas tun. Du kannst deine Taschen packen und zurück nach Spanien gehen. Ich kann es nicht mal mehr ertragen mit dir in einem Raum zu sein und werde mich innerhalb der Mannschaft beherrschen müssen nicht komplett auszurasten. Tu mir einen Gefallen und gehe zurück in dein Heimatland. So oft hast du mir eh schon erzählt, wie unglücklich du hier bist."Damit öffnete ich die Haustür und ließ sie mit einem lauten Knall hinter mir ins Schloss fallen, bevor er noch irgendwas erwidern konnte. Ich wollte nicht länger mit ihm diskutieren oder in seiner Nähe sein, ich konnte es nicht. Die Enttäuschung und der Schmerz waren viel zu groß, als dass ich ihm noch eine Sekunde länger in die Augen hätte sehen können.
Somit verbrachte ich die nächsten Tage und Wochen bei Willian, der mich ohne zu zögern aufgenommen hatte. Gott sei dank, hatte er nur eine kleine Grippe und war relativ schnell wieder bei alten Kräften. Dass ich immer kraft- und willenloser wurde, merkte ich selbst. Ich wusste weder wie ich mit Álvaros Seitensprung, noch mit unserer Trennung klarkommen sollte. Er war die Liebe meines Lebens und unsere Beziehung war für mich der größte Halt. Mit Sicherheit war sie nicht perfekt, auch wir stritten uns und hatten unsere Probleme, aber die guten Zeiten und Momente überwogen. Zumindest war es früher so gewesen.
Gedanken verloren stand ich langsam aus und zog mir ein T-Shirt über, bevor ich lustlos die Treppe runter schliff und mich auf den Weg in die Küche machte, in der mein bester Freund bereits auf mich wartete und am händeln war. ,,Guten Morgen, Großer" begrüßte er mich sanft und stellte mir eine Tasse Kaffee vor die Nase, nachdem ich mich an den Thresen gesetzt hatte.
,,Morgen" murmelte ich müde und fuhr mir übers Gesicht. Es war nicht das erste Mal, dass ich todmüde war, da ich die Nacht kaum geschlafen hatte.
,,Hast du es schon gehört?" erkundigte sich Willian, der angefangen hat Müsli zumachen und Obst aufschnitt. Ich konnte ihm nicht dankbarere dafür sein, dass er sich so gut und liebevoll um mich kümmerte. Er war definitiv der beste Freund, den ich jemals hatte.
,,Was gehört? Fällt das Training aus?" fragte ich nach und nippte an meinem Kaffee. Ich liebte den Fußball, Chelsea und das Training, jedoch war ich so fertig, dass eine Trainingseinheit eine Zumutung war.
,,Nein, aber ich denke, dass es trotzdem besser ist, wenn du da heute nicht hingehst, sondern nach Hause fährst" entgegnete er vorsichtig und übergab mir die heutige Zeitung, ,,in euer zu Hause." Auf dem Titelbild war Álvaro zur Hälte im blauen Chelsea Trikot und zur anderen im rot weiß gestreiften Atletico Madrid Trikot. Darüber stand dick drüber: Morata auf Leihbasis nach Spanien!
Er ging wirklich zurück nach Madrid, wenn auch zu einem anderen Club. Den Wunsch, ich ihm aus Frust und Wut an den Kopf geworfen hatte, setzte er damit um. War es nicht das, was ich wollte? Womit ich ihn endlich vergessen und hinter mir lassen konnte? Ich würde ihn nicht mehr beim Training, Veranstaltungen oder Spielen sehen. Nur wenn unsere Clubs gegeneinander spielen würde, würden wir uns wiedersehen, doch wie hoch war schon diese Wahrscheinlichkeit? ,,Bist du okay?" riss mich die Stimme von Willian aus den Gedanken.
,,Ja... e-es war das, was ich wollte" nickte ich zögerlich. Wenn ich es so sehr wollte, warum fühlte ich mich nicht erleichtert oder war froh über seinen Wechsel?
,,Du warst verletzt und wütend, als du das verlangt hast. Rede nochmal mit ihm, bevor er weg ist" sprach mein bester Freund mir gut zu.
,,Und was dann?" fuhr ich ihn kühl an, ,,sind wir wieder zusammen und alles ist gut? Soll ich so tun, als hätte er nie mit Jorge geschlafen?"
,,Mach das, was du für das Richtige hältst. Edin, du musst ihm das nicht verzeihen, wenn du dazu nicht bereit bist. Du sollst dich in keine Beziehung stürzen, die du nicht willst oder in der du unglücklich bist. Allerdings kann ich nicht mehr mit ansehen, wie kaputt dich das alles macht. Ich weiß wie sehr du ihn geliebt hast und es immer noch tust. Die Person, die man liebt, kann man nicht einfach so im Streit gehen lassen" gab er ruhig zurück. Willans Worte hallten immer wieder durch meinen Kopf. So genau wusste ich nicht, was ich wollte. Auf der einen Seite war ich noch verletzt und brauchte Abstand von Álvaro. Auf der anderen Seite liebte ich ihn, egal was er tat und die Vorstellung ihn nie wiederzusehen, schmerzte mehr als sein Vertrauensbruch, was vielleicht die Antwort auf die Frage war.
,,Kannst du mich heute beim Training entschuldigen?" bat ich ihn leise und sah zu dem Brasilianer.
Auf seinen Lippen bildete sich ein liebevolles Lächeln und sanft nickte er. Willian stellte mir die Schale Müsli hin und erinnerte mich nochmal:,,Der Trainer weiß schon Bescheid, um den Rest kümmere ich mich. Du weißt, dass du hier so lange bleiben darfst wie du willst, und wenn es für immer ist."
Nachdem er zum Training gefahren war, aß ich in Ruhe mein Müsli auf und dachte darüber nach, was ich Álvaro noch alles sagen wollte, bevor er nach Madrid gehen würden. Jedoch wusste ich nicht wie ich meine Gefühle und Gedanken in Worte fassen sollte. Kein einziges Wort auf dieser Welt beschrieb, wie ich mich fühlte. Somit stellte ich die leere Schüssel in den Geschirrspüler und zog mir anschließend Klamotten an, mit denen ich einigermaßen vor die Tür gehen konnte. Ich machte mich auf den Weg zu dem Haus, in dem ich schon lebte, bevor Álvaro nach London kam. Zum allerersten Mal drückte ich auf die Klingel und fühlte mich wie ein Gast, weshalb ich nicht meinen Schlüssel benutzte. Es war keine alltägliche Situation, in der ich sorglos nach Hause kam, mein Freund bereits auf mich wartete und eines seiner fantastischen spanischen Gerichte zauberte. Die Situation war anders, angespannter und unangenehmer.
,,Hey" begrüßte mich Álvaro überrascht, als er die Tür öffnete. Seine Haare waren verwuschelt und standen in alle Richtungen ab. Er war trug eine schwarze Jogginghose und einen grauen Hoddie, meinen grauen Hoddie, ,,komm rein."
,,Hey" erwiderte ich leise und trat ein. Das unwohle und erdrückende Gefühl, welches ich hatte, als ich ihn zusammen mit Jorge im Bett erwischt hatte, war verschwunden. Trotzdem fühlte sich der vertraute Ort so fremd und anders an.
,,Hast du deinen Schlüssel nicht mitgenommen?" erkundigte er sich und ich folgte ihm ins Wohnzimmer.
,,Doch, schon. Ich wollte nur nicht so hereinplatzen" gestand ich und setzte mich zu ihm aufs Sofa. Nichts hatte sich in den letzten Wochen verändert. Alles stand noch genau auf seinen Platz.
,,Das ist dein Haus. Du darfst hereinplatzen, wann und wie oft du willst" lächelte er schwach. Selbst sein Lächeln war genau dasselbe, genau das, was mich besser fühlen ließ und meinen Tag rettete.
,,Ich denke, dass ich es verkaufen werde und bei Willian bleibe. Er hat mir sein Gästezimmer angeboten. Auch wenn wir vielleicht etwas zu alt für ein Wg leben sind" erzählte ich ihn von meinem Plänen. Auch wenn an diesem Haus viele Erinnerungen hingen und die Rückkehr nicht so schlimm war, wie ich sie mir vorgestellt hatte, konnte ich hier nicht weiterleben als wäre nie etwas passiert.
,,Quatsch, man ist für nichts zu alt. Wo steht geschrieben, dass nur junge Erwachsene in Wgs leben dürfen? Ihr zwei werdet bestimmt viel Spaß haben" entgegnete der Spanier schmunzelnd.
,,Und du?" hakte ich nach und warf einen seitlichen Blick zu ihm, ,,du hast in Madrid noch ein Haus?"
,,Kein Haus, erinnerst du dich an das Appartement in der Innenstadt von dem ich dir erzählt habe? Ich habe dort früher gelebt und werde jetzt wieder einziehen" erzählte er. Er hatte das Appartement schon oft erwähnt und wollte es mir eines Tages zeigen. Nach unseren Karrieren hatten wir sogar überlegt für eine gewisse Zeit dort zuleben.
,,Dann musst du dich schon mal nicht auf Wohnungssuche machen" gab ich knapp zurück und hatte einen leichten traurigen Unterton in der Stimme.
,,Edin, es..." ,,Du musst gehen, damit wir noch eine Chance haben" schnitt ich ihm schnell das Wort ab, bevor er zu einer Erklärung ansetzen konnte, ,,wenn Jorge dich nur ansieht, werde ich eifersüchtig und könnte ausrasten, andersherum genauso. Ich kann es nicht ertragen euch zwei miteinander zusehen, auch wenn ihr nur Teamkollegen oder Freunde seid."
,,Ist gut, ich werde nach Madrid gehen. Das kann ich nicht mehr rückgängig machen, aber vorher muss ich dir das sagen, was ich schon die ganze Zeit sagen wollte und wozu du mir keine Chance gelassen hast, okay?" bat er mich behutsam, was ich mit einem unsicheren Nicken quittierte. Die ganze Zeit hatte ich Angst seine Entschuldigung und Erklärungen zuhören, da ich nicht wusste, ob sie dabei halfen, dass wir uns wieder annäherten oder das Gegenteil bewirken würden, ,,es tut mir leid. Es tut mir so unfassbar leid, dass ich dich verletzt habe und mein Hirn für den ganzen Abend ausgeschaltet hatte. Ich war so dumm und habe dich hintergangen, was unverzeihlich ist und das weiß ich. Trotzdem musst du mir glauben, dass ich dich liebe und es immer getan habe. Du warst, bist und wirst für mich immer das Wichtigste auf der Welt sein. Während meiner Zeit bei Chelsea war ich nie wirklich glücklich, nur als ich mit dir zusammen war. Jeden Tag hast du meine Welt ein Stückchen besser gemacht und mich all meine Probleme vergessen lassen. Du warst für mich da, wie kein zweiter. Es tut mir leid, dass ich dir die ganze Aufmerksamkeit und Liebe nicht so zurückgeben konnte wie du es verdienst. Ich habe dich enttäuscht und das werde ich mir selbst nicht verzeihen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und meinen Fehler wieder gut machen könnte, würde ich es sofort tun, aber ich kann es nicht."
,,Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll, ehrlich" hauchte ich sprachlos. Jedes seiner Worte ließ mein Herz rasen und sorgte dafür, dass sich eine Gänsehaut auf meinem Körper ausbreitete. Es war richtig, dass ich ihm erst jetzt zuhörte. Hätte er mir das alles schon am Tag des Seitensprungs erzählt, hätte ich ihm nicht wirklich zugehört und wäre viel zu gekränkt gewesen.
,,Du musst gar nichts sagen, amor." Zögerlich sprach er meinen Kosenamen aus, den er so oft benutzt hatte und versuchte meine Hand zunehmen.
,,Wann fliegst du?" erkundigte ich mich und betrachtete unsere verschränkten Hände.
,,Morgen Mittag" seufzte er schwer. Ich sah zu ihm auf, in seine wunderschönen braunen Augen. ,,Okay" lächelte ich, ,,dann lass uns deinen letzten Tag hier noch genießen."
Den restlichen Abend verbrachten wir zusammen auf der Couch, er an meiner Brust gekuschelt. Im Hintergrund lief etwas Musik, während ich ihm immer wieder durch die Haare strich und wir in Erinnerungen schwelgten. Es würde noch ein harter Weg werden, bis unsere Beziehung wieder so stark war, wie die Jahre zuvor, doch wir beide wollten es und liebten uns. Zusammen würden wir das hinkriegen und die Veränderungen würden uns gut tun.
Okay, ich habe es geradeso noch geschafft🙏🏻 tut mir leid, dass das Ende wieder so schlecht ist, aber ich hatte einen grauenhaften Tag und scheinbar will alles wieder schief laufen (wie heißt es, wenn einmal etwas schief läuft, läuft alles schief...). Ich habe es nicht geschafft den Os zu überarbeiten, als könnt ihr Rechtschreibfehler behalten<3
Ich hoffe, dass er dir trotzdem gefällt und das Ende noch als Happyend durchgeht❤🏹
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