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für OsByLynn💘
》I think I see your face in every place that I go
I try to hide it, but I know that it's gonna show
Every single night, I find it harder to sleep
'Cause I need you here with me《
-Marshmello
Murrend drehte ich mich zu meinem Nachtisch und warf einen Blick auf mein Handy, welches ich wie jede Nacht neben mir am Ladekabel hatte. 11:10 Uhr zeigte mir die Uhr meines Handys an, womit ich es wieder weglegte und mich seufzend zurück ins Kissen fallen ließ. Wäre ich nicht erst um 6 Uhr eingeschlafen, wäre meine Stimmung sicherlich nun besser. Würde Mijat noch neben mir liegen, wäre sie unbeschreiblich.
Doch seitdem wir uns vor einigen Tagen heftig gestritten hatten, herrschte zwischen uns Funkstille. Wenn Mijat vermutlich nicht abgehauen wäre, wäre der Streit so außer Kontrolle geraten, dass einer von uns die Nerven verloren und alles beendet hätte. Wir beide hatten uns Dinge an den Kopf geworfen, die wir ohne Frust und Wut nie gesagt hätten und bereuen sollten. Zumindest bereute ich jedes einzelne meiner Worte, mit denen ich den Menschen, den ich mehr liebte als alles andere auf der Welt, verletzt hatte.
Obwohl ich überhaupt keine Motivation hatte aufzustehen, schob ich meine Decke trotzdem von meinen Beinen und richtete mich langsam auf. Schließlich konnte ich mich nicht ewig im Bett verkriechen und konnte einen Kaffee gebrauchen, wenn ich diesen Tag überleben sollte. Ohne Kaffee würde ich mit 14 Stunden Schlaf in den letzten vier Tagen definitiv nicht auskommen.
Während ich mir durch die Haare fuhr, machte ich mich auf den Weg in die Küche, doch blieb bereits in der Tür stehen, als ich Ante und Luka erblickte. Mein Mitbewohner lehnte an einer unserer Küchenzeile und hatte die Arme um den Kroaten geschlungen, der seine Hände an Lukas Hüften hatte. Beide schienen so in ihren Kuss vertieft zu sein, dass sie alles um sich herum ausschalteten und glücklich wirkten. Ich konnte ihnen nicht verübeln, dass sie knutschend in unserer Wohnung herumstanden. Immerhin hatten sie Mijat und mich auch schon oft genug irgendwo erwischt.
Zeit, um zu überlegen, ob ich die beiden störte oder mich ohne ein Wort in wieder in mein Zimmer verkroch, hatte ich nicht, da sie sich kurze Zeit später doch voneinander lösten. ,,Gut du hast mich überzeugt" lächelte Luka und strich seinem Freund sanft über die Wange, ,,weißt du, wie spät es ist? Ich würde gleich nach Fili sehen."
,,Ungefähr 10 nach 11 Uhr" beantwortete ich ihm seine Frage und lehnte mich gegen den Türrahmen. Die Köpfe von Ante und Luka schellten zu mir und beide blickten mich überrascht an, als wäre ich von den Toten auferstanden. Ein wenig fühlte es sich auch so an.
,,Du bist schon wach" stellte Luka irritiert fest und ließ damit ganz von seinem Freund ab, was ich nur mit einem Schulterzucken erwiderte. Wach im Sinne von nicht schlafend war ich. Wach im Sinne von aufgeweckt war ich nicht.
,,Möchtest du einen Kaffee?" bot Ante mir an und hielt mir ein Tasse entgegen.
,,Danke" murmelte ich und nahm sie ihm ab, bevor ich mich auf einen der Hocker an unserer Küchentheke setzte. Der Kaffee war noch kochend heiß, weshalb ich ihn für einen Moment abkühlen ließ.
,,Wir haben Pancakes gemacht" merkte Luka fürsorglich an und breitete vor mir einen leeren Teller sowie Besteck aus. Danach stellte er dazu einen weiteren Teller mit den Pancakes, die den beiden erstaunlich gut gelungen waren, und einen anderen mit aufgeschnitten Obst wie Bananen oder Kiwis.
,,Das ist lieb von euch, aber ich habe keinen Hunger. Ich wollte mir nur einen Kaffee holen und danach zurück ins Bett" gab ich trostlos zurück. Auch wenn ich wusste, dass die beiden nur das Beste für mich wollten, genau wie für Mijat, kriegte ich zurzeit keinen Bissen runter.
,,Ich mache mich auf den Weg zu einen meiner Termine" unterbrach Ante kurzzeitig unser Gespräch und drückte Luka einen kurzen Kuss auf die Wange. Mir hielt er die Hand hin, damit wir einschlugen konnten, ,,wir sehen uns später."
Damit verließ der Kroate die Küche und wenig später hörte man auch die Haustür ins Schloss fallen. Luka stütze sich nun auf der Theke ab und blickte mich ernst an:,,Du wirst nicht zurück ins Bett gehen, damit das klar ist. Was hältst du davon, wenn wir einen best buddy day einlegen?"
,,Einen best buddy day?" hakte ich verwirrt nach und nippte an meinem Kaffee. Nie zuvor hatte Luka diesen Ausdruck verwendet geschweige denn überhaupt jemanden, den ich kannte.
,,Ja, warum nicht? Wir waren lange nicht mehr zu zweit unterwegs und könnten etwas durch Frankfurt schlendern, durch die Altstadt oder am Main entlang. Wie du willst" führte mein Mitbewohner seinen Vorschlag weiter aus.
,,Wir sind noch nie irgendwohin geschlendert" gab ich zurück. Damit, dass wir lange nicht mehr zu zweit weg waren, hatte er recht. Den Großteil unserer Zeit verbrachten wir zu viert, Ante, Luka, Mijat und ich. Von Anfang an hatten wir uns unheimlich gut verstanden und sind im Laufe der Zeit zu einer starken Gruppe zusammengewachsen. Daran änderte sich auch nichts, als erst Mijat und ich und schließlich Ante und Luka zusammenkamen. Wenn wir die Zeit nicht zusammen in der WG verbrachten, war Luka bei Ante oder ich bei Mijat. So gern wir als Gruppe auch zusammen waren, Pärchenzeit brauchten wir. Wobei Mijat und ich heute zwischen zwei Seiten standen: wir brauchten sie unbedingt, um wieder zusammen zu finden oder wir brauchten sie auf keinen Fall, um übereinander hinwegzukommen.
,,Dann wird es höchste Zeit" beschloss Luka glücklich und nahm eine Gabel, mit der er mir einen Pancake auf den Teller tat, ,,du isst jetzt drei Stück, damit du wieder zu Kräften kommst. Danach ziehst du dich an und wir gehen los."
,,Ich habe keinen Hunger" war das einzige, was ich darauf antwortete. Doch Luka ließ nicht locker:,,Du hast es noch nicht mal versucht. Probier ihn wenigstens."
Von Lukas geforderten drei Pancakes, schaffte ich lediglich eineinhalb, was er dennoch zufrieden durchgehen ließ. Immerhin war es schon mehr als die letzten Tage. Während mein Mitbewohner unsere Küche wieder aufräumte, erfüllte ich seinen nächsten Wunsch. Ich öffnete meinen Kleiderschrank und scannte die Kleiderstange sowie die einzelnen Fächer grob ab. Als ich die einzelnen Kleidungsstücke von Mijat entdeckte, hätte ich den Schrank am liebsten wieder geschlossen und mich auf mein Bett geschmissen. Allerdings hatte ich Luka diesen kleinen Ausflug versprochen und nahm mit schluckend eine Jeans und einen schlichten schwarzen Hoddie mit der Aufschrift meines Sponsors, bevor ich den Schrank schnell schloss.
Der Gedanke an mein Versprechen an Luka brannte sich in meinen Kopf, aber meine Gefühle konnte er nicht stoppen. Gefühlt erinnerte mich überall etwas an Mijat, an unsere wunderschöne Zeit, an unsere Beziehung und unseren qualvollen Streit. Betäubt ließ ich meine Klamotten fallen und fuhr mir übers Gesicht. Ich wollte mich zusammenreißen und stark sein, doch es brachte nichts. Einige Tränen liefen mir über die Wange und ich rutschte zu Boden. Die Kraft auf meinen Beinen fest zu stehen, hatte ich nicht mehr.
Lange saß ich mit Tränen überströmt Wangen nicht alleine auf dem Boden meines Zimmers, denn kurze Zeit später betrat Luka nach einem Klopfen mein Zimmer. Mitleidig blickte er mich an und kam direkt auf zu. Er ließ sich neben mir nieder und zog mich in eine feste Umarmung:,,Hey Großer, alles wird gut."
,,Das sagst du seit Tagen, aber alles wird schlimmer. Der Schmerz wird stärker und vergeht nicht. Über liegt etwas von Mijat, was mich immer wieder an ihn erinnert und mir deutlich macht, wie sehr ich ihn vermisse... ich brauche ihn" schluchzte ich in seine Schulter und erwiderte die Umarmung.
,,Wenn du ihn so sehr vermisst und brauchst, warum redest du dann nicht mit ihm? Ihr könnt euch wieder vertragen" hakte Luka vorsichtig nach.
,,Was ist, wenn er nicht mit mir reden will?" hauchte ich und löste mich von meinem Mitbewohner, sodass ich ihm in die Augen sehen konnte, ,,ich habe ihm so vieles an den Kopf geworfen... dass er mir nicht mehr richtig zuhört, ständig mit anderen Dingen beschäftigt ist, ich ihn nicht mehr wichtig bin."
,,Er hat dir genauso viel an den Kopf geworfen, deine Treue und Ehrlichkeit in Frage gestellt. Fili, ihr habt euch gestritten und das gehört in einer Beziehung dazu. Ihr beide habt Dinge gesagt, die ihr nicht so meintet. Du bist nicht alleine schuld. Ich verspreche dir, dass ich aus unheimlich sicheren Quellen weiß, dass es Mijat genauso geht wie dir. Er will nichts lieber als dich sehen und sich mit dir vertragen, denn er liebt dich, aber weiß nicht, was er machen soll" versicherte Luka mir aufmunternd, was mich hellhörig werden ließ. Mijat fühlte die ganze Zeit genauso?
,,Ehrlich?" fragte ich ungläubig nach und wischte mir die letzten Tränen von meinen Wangen.
Mein Mitbewohner nickte sanft, bevor er auf stand und mir die Hand hinhielt:,,Ehrlich. Eigentlich wollte ich dich dorthin bringen, wenn wir durch die Stadt geschlendert sind und dir nichts davon erzählen, aber ich denke, dass du nun eigenständig bereit bist dorthin zugehen. Ante und ich wollten ein Treffen zwischen Mijat und dir organisieren. Am Wasserfall im Palmengarten, einem eurer Lieblingsorte in Frankfurt."
,,Ist Mijat dort?" erkundigte ich mich hoffnungsvoll und nahm Lukas Hand entgegen, womit er mich auf die Beine zog.
,,Noch nicht, aber ich werde Ante schreiben, dass er ihn dorthin bringen soll. Dann könnt ihr reden" blieb er weiterhin zuversichtlich.
,,Das ist also sein Termin? Mijat in den Palmengarten zum Wasserfall bringen" hakte ich leicht schmunzelnd nach und betrachtete ihn dabei, wie Luka auf sein Handy, was er aus Hosentaschen herausgeholt hatte, herum tippte.
,,Euch dazu zubringen euren Streit zu klären und wieder glücklich zu sein, nimmt eben etwas Zeit in Anspruch" entgegnete Luka und sah einmal kurz zu mir, bevor er weiter tippte.
Keine Stunde später kriegte Luka die Nachricht, dass Ante mit Mijat im Palmengarten angekommen ist und sie sich nun auf dem Weg zum Wasserfall machten. Somit konnte ich nun ebenfalls unsere Wohnung verlassen und zu dem Ort laufen, an dem Mijat und ich schon tausend Mal waren. Es war der Ort, der zu unserem Ort wurde, an dem wir eines unserer ersten Dates hatten und unseren ersten Kuss.
Nachdem ich den Eintritt bezahlt hatte, lief ich ohne Umwege sofort zum Wasserfall. So oft wie ich schon hier war, kannte ich den Weg in und auswendig. Ich war fast an unserem Ort angekommen, als ich Mijat von weitem sah. Er stand auf dem Holzweg, mit dem man einen großen Teich überqueren konnte. Wie so oft trug er eine dunkelblaue Jeans mit einigen Reißverschlüssen an den Knien und dazu ein schlichtes weißes Shirt. Sein Outfit wurde von seinen schwarz-weißen Sneakern abgerundet, die er wie sein Heiligtum behandelte, als sie neu waren.
Bei Mijats Anblick wurde mir wohl ums Herz und das Gefühl, dass es das Richtige war, nun mit ihm zureden, verstärkte sich, genauso wie die Sehnsucht nach ihm. Ich atmete einmal tief durch und betrat anschließend den Holzweg, auf dem Mijat stand und scheinbar auf jemanden wartete. ,,Mijat" versuchte ich seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, als ich bei ihm angekommen war.
,,Fili..." hauchte er überwältigt, als er meine Stimme hörte und drehte sich zu mir, ,,was machst du hier?"
,,Luka hat mir gesagt, dass Ante dich hierherbringen würde. Dann musste ich einfach zu dir kommen" antwortete ich ehrlich.
,,Natürlich waren es Ante und Luka" murmelte Mijat. Er checkte mich einmal von oben nach unten ab, bevor er bei meinen Augen hängen blieb und seine braunen Augen auf meine trafen.
,,Gott, ich... ich vermisse dich. Jeder Tag ohne dich ist unerträglich. Ich habe keinen Grund oder Motivation mehr aufzustehen. Essen und Trinken kann ich mit dem Gedanken dich, die Liebe meines Lebens, für immer verloren zu haben nicht. Es tut mir, alles, was ich damals zu dir gesagt habe. Ich kam mir nur so weggestoßen vor und dachte, dass du dich nicht mehr für mich interessieren würdest. Du hast so desinteressiert gewirkt... es tut mir leid, dass ich an dir und deiner Liebe gezweifelt habe" ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. Ich musste nicht groß darüber nachdenken, was ich Mijat alles sagen wollte. Die Worte waren schon da und kamen einfach so heraus.
,,Auf jeden Fall interessiere ich mich für dich. Du bist mein Freund und der Mensch, den ich liebe. Für mich bist du alles und das einzige, was mich wirklich interessiert. Wenn ich dich vernachlässigt habe oder es falsch rüberkam, tut es mir leid" gestand Mijat und kam ein Stück auf mich zu, ,,genauso wie es mir leidtut, dass ich an deiner Treue gezweifelt habe. Diese Bilder von dir und der Frau in den Medien haben mich nur so wahnsinnig gemacht. Sie waren überall und haben nicht aufgehört... doch wenn du sagst, dass da nichts war, glaube ich dir."
,,Den einzigen, den ich liebe und an meiner Seite brauche, bist du. Das warst du schon immer und wirst du auch bleiben. Ich will nur dich und würde dich niemals hintergehen, ich könnte es nicht" versicherte ich ihm. Nicht einmal daran denken mit jemanden anderen zu schlafen oder zusammen zu sein, könnte ich. Dazu hatte ich Mijat viel zu sehr ins Herz und meine Gedanken geschlossen.
Mijat nickte leicht und senkte seinen Kopf, als würde er sich für seine Worte bei unserem letzten Streit schämen:,,Ich weiß. Es tut mir leid, ehrlich. Ich will nicht, dass das zwischen uns vorbei ist."
,,Das will ich doch auch nicht, Baby" entgegnete ich behutsam und legte meine eine Hand an seine Wange. Leicht hob ich seinen Kopf an, sodass ich ihm wieder in die Augen sehen konnte und lächelte ihn vorsichtig an, ,,ich liebe dich."
,,Ich liebe dich auch, so sehr" erwiderte Mijat zart. Langsam kamen wir uns immer näher, bis wir letztendlich die letzten Zentimeter überbrückten und unsere Lippen zu einem gefühlvollen Kuss verbanden. Eine riesige Last fiel von mir ab und innerhalb von Sekunden verschwand der Schmerz, der mich die letzten Tage fast erdrückt hatte. Endlich hatte ich den Menschen, den ich liebte, wieder bei mir und würde ihn so schnell nicht mehr gehen lassen.
Hoffe er gefällt dir [er ist sogar überarbeitet, aber falls jemand trotzdem Fehler findet, kann er sie behalten<3]
I love you, girl💘
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