Chapter 88: James x Thiago [2/2]

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für OsByLynn💘

Anmerkung: Der Os beginnt mit einer Szene aus Arrow. Ich habe die Serie nie geguckt und mir alles drum herum ausgedacht.

,,Ich bin so froh, dass du wieder da bist" gab Thea Queen, gespielt von Willa Holland, zu und umarmte Stephen Amell in der Rolle von Oliver Queen, Green Arrow. Wie es im Skript stand, blieb Oliver still und blickte bedrückt zur Seite.

,,Was?" erkundigte sich Thea aufmerksam.

,,Du solltest mitkommen" forderte Oliver sie nach einer kurzen Stille auf und machte ihr mit einer Handbewegung deutlich, dass sie ihm folgen sollte. Innerlich musste ich mir ein Seufzen unterdrücken und machte mich darauf gefasst, dass Greg Berlanti als Regisseur die Aufnahme in den nächsten Sekunden unterbrechen würde.

3... 2... 1... Ein lautes ,,Cut!" tönte durch den Raum und ich hörte, wie Greg neben mir anfing zu murren. Ich drehte mich zu meinem Chef, der die Mappe in seiner Hand genervt zuschlug und von seinem Stuhl aufstand:,,Stephen, verdammt das ist das zehnte Mal, dass wir diese Szene wiederholen! Du musst dir zwei Sätze merken, zwei! "Ich muss dir etwas zeigen. Komm", mehr verlange ich von dir nicht."

,,Tut mir leid. Ich habe zurzeit viel Stress und bin mit meinen Gedanken woanders. Diesmal schaffe ich es" beteuerte Stephen, der in der Serie die Hauptfigur spielte.

,,Nein, du gehst jetzt in den Pausenraum und schaust dir das Skript nochmal an, damit wir die Szene endlich im Kasten haben und für die nächste nicht genauso viele Anläufe brauchen. 15 Minuten Pause für alle" verkündete Greg und richtete sich auch an alle anderen Mitarbeiter am Set.

Während einige Mitarbeiter miteinander redeten oder das Set verließen, richtete sich Greg zu mir und blickte mich entschuldigend an:,,Es tut mir leid, dass dein erster Tag hier so chaotisch verläuft. Normalerweise kommen wir mit den Szenen besser voran und auch die Schauspieler haben ihren Text problemlos drauf."

,,Das ist kein Problem. Es kann nicht immer alles klappen" winkte ich ab und stand ebenfalls auf. Alle Studenten, die an der Northwestern University in Chicago studierten, wurden von der Universität verschieden Regisseuren zugeteilt, denen sie neun Monate über die Schulter blicken sollten. Es war eine Art Praktikum, um Erfahrungen zu sammeln, die wir möglicherweise in unsere späteren Filmprojekte mit einfließen lassen konnten. Ich wurde Greg Berlanti, der neben Arrow auch The Flash oder Riverdale produzierte und ebenfalls an der NU studiert hatte, zugeordnet.

,,Danke für dein Verständnis" lächelte Greg freundlich, ,,du kannst ebenfalls eine kurze Pause machen. Bring mir danach bitte die Mappen, für die nächsten Szenen. Geh in mein Büro und bitte meinen Assistenten sie dir zugeben. Er weiß, welche ich brauche."

Mit einem Nicken verließ ich ebenfalls das Set. Bevor ich mich auf den Weg zu Gregs Büro machte, schaute ich kurzzeitig beim Büffet vorbei, was jeden Morgen von einem Caterer geliefert wurde. Ich nahm mir ein belegtes Brötchen mit Salat und Käse mit und aß es, während ich zum Büro lief. Zwar war ich erst einen Tag hier, doch schon jetzt konnte ich mir keinen schöneren Job vorstellen als am Set zuarbeiten, vor allem mit Greg Berlanti. Er war ein unheimlich offener Mensch und hieß jeden herzlich willkommen. Lange hatte er sich Zeit genommen, um mir zu erklären, woran er gerade arbeitete und welche Szenen für die neue Staffel Arrow noch gedreht werden mussten. Jahrelang zuvor hatte ich Greg für seine Arbeit bewundert und zu ihm aufgeschaut. Er war einer der bekanntesten und erfolgreichsten Regisseure Amerikas, sodass es eine Ehre war von ihm persönlich lernen zu dürfen.

Mein Brötchen hatte ich bis zu dem Büro aufgegessen. Ich klopfte an die Tür und öffnete sie, als von drinnen ein einfaches ,,ja?" ertönte.

,,Guten Tag, ich soll für Greg die..." setzte ich an, doch wurde sprachlos, als ich das Büro betrat und sah, wer hinter dem Schreibtisch saß, ,,James?"

,,Thiago, was machst du denn hier?" wollte mein ehemaliger bester Freund wissen und stand von dem Schreibtischstuhl auf. Er hatte nicht mehr das kindliche Gesicht, was er früher einmal hatte, sondern man sah ihm an, dass er älter geworden war. Die schwarzen Haare hatte er zur Seite gegelt und seine braunen Augen funkelten wie vor acht Jahren, wie an dem Tag, an dem wir uns das letzte Mal gesehen hatten.

,,Ich mache bei Greg ein Praktikum. Die Frage ist, was machst du hier? In Gregs Büro sollte sein Assistent sein" gab ich irritiert zurück, nachdem ich einen Moment gebraucht hatte. Meinen Exfreund wäre mit Sicherheit die letzte Person gewesen, die ich hier vermutet hätte.

,,Ich bin sein Assistent" schmunzelte James. Seine Lippen zierten ein zartes Lächeln, welches ich früher geliebt hatte und aus irgendeinem Grund mein Herz noch heute höherschlagen ließ.

,,Du bist... wie... und warum..." In meinen Kopf sammelten sich tausend Fragen, die nur James beantworten konnte. Wir hatten uns acht Jahre nicht gesehen und uns definitiv eine Menge zu erzählen. Ich fand es überraschend schön ihn nach der langen Zeit wiederzusehen und wollte wissen, wie er auf seinem Weg zu Gregs Assistenten wurde. Doch da unser Boss heute schon genervt genug war, wollte ich seine schlechte Laune nicht noch weiter ruinieren, in dem ich zu spät zum Set kam, weil ich Stunden mit seinem Assistenten geplaudert hatte.

,,Wir müssen uns unterhalten" vermerkte ich und lächelte James glücklich an, ,,aber erst einmal brauche ich die Mappen für die neuen Szenen. Greg meinte, dass du wüsstest, welche er bräuchte."

,,Natürlich, einen Moment" entgegnete James und nahm sich seinen Schlüssel vom Schreibtisch. Er schloss ein Regal hinter dem Schreibtisch auf und kramte eine Weile, bis einige Dokumente in der Hand hielt und mir reichte:,,Was hältst du davon, wenn du noch einmal hierherkommst, sobald du Feierabend hast? Du könntest mit zu mir kommen oder wir gehen etwas essen und reden."

,,Hört sich perfekt an" sagte ich zu und nahm ihm die Mappen ab, mit denen ich wieder zum Set ging. Für den Rest des Drehtages verschwand das Lächeln auf meinen Lippen nicht mehr. Der Gedanke, dass James und ich nach langer Zeit mal wieder einen Abend miteinander verbringen würden, machte mich unfassbar glücklich. Trotz allem, was passiert war, konnte ich ihn nie vergessen oder über ihn hinwegkommen. Ich kannte ihn mein ganzes Leben lang. Er war mein erster Kumpel, wurde zu meinem besten Freund und meiner ersten großen Liebe.

Nach mehreren Stunden erlöste uns Greg für diesen Tag. Die Zeit, die wir an der ersten Szene verloren hatten, holten wir an anderen Stellen wieder herein, sodass wir nicht in Verzögerung kamen und alle geplanten Aufnahmen fertigstellen konnten. Wie mit James abgemacht, kam ich nach meinem Feierabend ein weiteres Mal in Gregs Büro. Ohnehin hätte ich dort noch einmal vorbeischauen müssen, da ich die Mappen, die ich morgens geholt hatte, wieder wegbringen sollte, bevor ich ging. Als ich sie James gab, schloss er sie wieder zu den vielen anderen in den Schrank hinterm Schreibtisch ein.

Zusammen entschieden wir uns zu ihm nach Hause zu fahren, um uns dort zu unterhalten und auszutauschen. James besaß eine kleine Wohnung in Vancouver, dem Drehort von Arrow, in dem auch das Studio stand. Ich lebte für die Zeit, die ich hier verbringen würde, in einer Wg mit drei anderen Studenten. Sowohl in der Wg als auch in einem Restaurant hatten wir viel Trubel um uns, weshalb wir es bevorzugten, in Ruhe bei ihm zureden. Außerdem hatte ich kein Problem damit nach acht Jahren Funkstille, wieder alleine mit James zu sein. Im Gegenteil: in diesem Moment wollte ich nichts sehnlicher.

,,Also dann, mein Lieber" grinste ich und sah auffordernd zu James, als wir zusammen auf seiner Couch saßen und einen Rotwein von ihm leerten, ,,wie zur Hölle bist du Gregs Assistent geworden? Er ist immerhin einer der besten Regisseure der Welt."

Er schmunzelte und nippte an seinem Glas, bevor er es auf den kleinen Tisch vor uns stellte und sich zu mir richtete:,,Als du damals gegangen bist, ohne dich zu verabschieden, und ich dich nicht mehr erreichen konnte, bin ich alleine nach LA gegangen. Ich habe das weitergemacht, was wir zuvor gemacht hatten. Filme und Videos gedreht und diese bei verschiedenen Firmen eingereicht. Manchmal habe ich eine Rückmeldung bekommen, wenn es gut lief sogar einen Auftrag oder durfte an einem Projekt mitarbeiten. Das Geld, was ich dabei verdient hatte, reichte allerdings nicht zum Überleben, weshalb ich nebenbei in einem Coffee Shop gearbeitet hatte. Eines Tages stieß ich in einer Produktionsfirma, für die ich mit einem kleinen Team ein Werbevideo drehen sollte, auf Marvin. Er ist Produzent und Regisseur und hat einige meiner Filme gesehen. Marvin hat mich gecoacht, mir Tipps gegeben und vieles gelehrt. Außerdem ist er ein guter Freund von Greg und hat mich bei ihm vorgeschlagen, als er einen Assistenten gesucht hat, der ihn bei seinen Serien und Filmen zur Seite steht."

,,Du lebst wirklich unseren Kindheitstraum... gefällt dir der Job?" erkundigte ich mich interessiert. James Lächeln wurde immer breiter, während er redete, und es war schön ihn so strahlen zusehen.

,,Und wie, Greg ist fantastisch. Ich arbeite seit knapp zwei Jahren für ihn und lerne viel. Zwar arbeite ich an manchen Tagen nur im Büro, muss seine Mappen sortieren und Skripte überarbeiten, doch das gehört dazu. Greg vertraut mir, sodass ich viel Freiraum habe und mich nicht beklagen kann" antworte James.

,,Du scheinst hier wirklich sehr glücklich" merkte ich an und fuhr mir durch die Haare.

,,Der Job macht mich glücklich und ist eine gute Ablenkung. Ich habe in LA dauernd an dich gedacht, dich sogar gesucht, doch nie gefunden. Wo hast du dich versteckt?" wollte er wissen und sah mich gespannt an.

,,Zuerst war ich zwei Jahre unterwegs und musste aus Amerika raus. Ich habe mir die Welt angesehen, Inspiration gesammelt und mich mit kleinen Jobs über Wasser gehalten. Danach hat die NU mich angenommen und ich habe angefangen dort zu studieren. Mittlerweile mache ich meinen höheren Abschluss und bin, wenn alles gutgeht, nächstes Jahr fertig" erzählte ich von meinen letzten Jahren. Ich hatte im Laufe der Zeit unheimlich tolle Menschen kennengelernt und Freunde fürs Leben gefunden. Doch es gab immer wieder unzählige Moment, die ich am liebsten nur mit James geteilt hätte.

Den ganzen Abend verbrachten wir damit unsere Geschichten zu erzählen. Während James über seine unzähligen Aufträge und verrückten Auftraggebern sprach, berichtete ich von meiner Reise durch Südamerika, Asien und Europa oder meinen Umzug nach Chicago. Zuvor waren James und ich jeden Schritt zusammen gegangen, Kindergarten, Grundschule, Middle School, High School... es war spannend nun zuhören, was er alles erlebt hatte. Aber auch schade, dass wir viele Erlebnisse nicht zusammen erlebt hatten, Seite an Seite, wie es früher immer war.

,,Hey Träumer, hörst du mir noch zu?" riss mich James aus meinen Gedanken und tippte mir auf die Schulter. Ich fuhr mir über die Augen und versuchte meine Gedanken wieder in den Hintergrund zu lenken, was mir kaum gelang:,,Tut mir leid. Was hast du gesagt?"

,,Nicht so wichtig. Ist alles in Ordnung? Ich habe schon seit einigen Minuten das Gefühl, dass du nicht mehr ganz bei der Sache bist. Bist du müde?" erkundigte sich James liebevoll.

,,Es gab eine Zeit, in der ich dich nie wiedersehen wollte. Ich war nach unserem letzten Gespräch so verletzt, dass ich nur noch weglaufen und nie wiederkommen wollte. Doch mit der Zeit hat es aufgehört. Die Wut, die Verzweiflung, der Frust waren weg und ich sehnte mich nach dir. Du warst immer derjenige, der mich besser kannte als ich mich selbst, dem ich alles erzählen konnte, den ich nur angucken brauchte und er wusste, was ich dachte. Ich wollte meinen besten Freund und meine große Liebe zurück, doch der Gedanke, dass wir uns nicht guttaten, war immer noch da" geriet ich in einen Redefluss, den ich nicht mehr stoppen konnte. All das lag mir schon so lange auf dem Herzen und musste endlich raus:,,Ich denke weiterhin, dass wir uns damals nicht mehr gutgetan und Abstand gebraucht hatten. Allerdings bereue ich es, dass wir so lange gebraucht haben, um uns wiederzutreffen. Ich merke, dass ich für dich nur Liebe empfinde und es all die Jahre getan habe. Gott, ich habe es unterdrückt und versucht es zu ignorieren, aber die Wahrheit kann ich nicht ändern. Ich liebe dich, James, damals, heute und vermutlich für immer."

,,Du hattest damals recht. Wir waren in ein Loch gefallen, aus dem wir nicht mehr rausgekommen wären, wenn wir weitergemacht hätten wie bisher. Ich habe dich die ganzen letzten Jahre nicht aus dem Kopf bekommen und wollte dir noch so vieles erzählen. Du warst, bist und wirst immer die Liebe meines Lebens bleiben. Zwar ist es acht Jahre her, aber es tut mir immer noch leid, dass ich die UCLA in deinem Namen abgesagt habe. Ich hatte nicht das Recht dazu und hätte dich, als deinen Freund, unterstützen sollen" entgegnete James ehrlich. Es tat gut mich endlich mit ihm auszusprechen und fühlte sich richtig an.

,,Ich verzeihe dir. Das habe ich schon lange. Im Nachhinein wäre ich ohne die Absage nicht an die NU gekommen, an der ich glücklich bin und mit dem Lernstoff gut klarkomme" lächelte ich und nahm zögerlich seine Hand.

,,Denkst du, dass wir beide noch eine Chance haben?" fragte James nach einiger Zeit der Stille leise und blickte mir tief in die Augen. In seinem Blick lagen Liebe und Zuneigung, als wären wir die letzten Jahre nie getrennt gewesen.

,,Finden wir es heraus" hauchte ich und legte meine Hand an seine Wange, bevor ich ihn langsam zu mir zog und meine Lippen auf seine legte. Früher waren wir fast dauerhaft zusammen gewesen und hatten uns nur noch gegenseitig verletzt, doch nun waren wir erwachsener und reifer geworden. Wir waren bereit, um aus der Vergangenheit zulernen und mussten uns erst einmal verlieren, um uns wiederzufinden. 

Auch wenn ich Fortsetzung irgendwie nicht gut finde, hoffe ich, dass sie euch gefällt<3

Kommentar von OsByLynn:

[Der ist voll süß geschrieben, hbaocnahvbcwqecasiejciqiwucjc3qwuiciqruwfirq3hw mein ThaiGOAT. Okay reich, ich liebe dich <3]

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